Thilo Schmidt | Journalist aktualisiert am 23.10.2017
VISIONEN
VITRINE
VITA
VISITENKARTE
Foto: Lilo Tadday, Helgoland
DRESDENS WELTOFFENER OBERBÜRGERMEISTER

Oberbürgermeister Dirk Hilbert, FDP, kämpft für ein weltoffenes und tolerantes Dresden. Und gegen Teile seines eigenen, bürgerlichen Lagers.
Deutschlandfunk, DLF-Magazin, 19. Oktober [Hören ...]









Foto: Stadtverwaltung Dresden
TIERVERSUCHE - DIE CHARITÈ DENKT NEU

Die Berliner Charité gründet ein Zentrum zur Erforschung von Alternativen zu Tierversuchen. Die sind nach Ansicht vieler Wissenschaftler längst nicht mehr der Goldstandard in der biomedizinischen Forschung. Zudem ist die Forschung an Alternativmethoden für die Wissenschaftler oft ein Karrierehemmnis, denn das System, das auf der Forschung am Tier beruht, ist ein sich selbst stabilisierendes System.
Reportage von Anna Loll und Thilo Schmidt

Dlf Kultur - Zeitfragen, 19. Oktober [Hören ...]
DRESDEN - WELTOFFENE STADT MIT RECHTEM MAKEL

Lange hat man in Sachsen den rechten Rand verharmlost. Auch in Dresden. Doch die Stadt steht mit dem Rücken zur Wand: Touristen kommen nicht mehr so zahlreich, auch Wissenschaft und Kultur wenden sich ab. Doch es scheint, als komme Bewegung in die Zustände. Auf verschiedene Weisen will die Stadt weltoffen und tolerant sein. Allen voran Oberbürgermeister Dirk Hilbert, FDP. Die größten Widerstände scheinen für ihn dabei in seinem eigenen bürgerlichen Lager zu liegen.
Dlf Kultur - Länderreport, 18. Oktober [Hören ...]
YOUSSOUF HAT ARBEIT

Youssouf Al Mahadi ist seit vier Jahren in Deutschland. Das Warten auf eine Anerkennung ist für den Flüchtling aus dem Tschad etwas erträglicher, seit er eine feste Arbeit in einem Gemüseanbaubetrieb in Brandenburg hat. Dessen Chef Johannes Lachmann hat gleich zwölf Flüchtlinge angestellt. Es ist ihm nicht nur eine Herzensangelegenheit, sondern auch eine ökonomische Notwendigkeit: Ohne die Geflüchteten könnte er seine offenen Stellen gar nicht mehr besetzen.
Dlf Kultur - Reportage, 18. Oktober [Hören ...]
DZIEN DOBRY LINKS DER ODER

60 der 212 Schüler der Grundschule im brandenburgischen Gartz, an der deutsch-polnischen Grenze, sind Polen. Die Gartzer haben erkannt, dass sie vom fernen Großraum Berlin nicht profitieren können. Also haben sie sich ans nur 20 Kilometer entfernte Stettin orientiert. Und damit den Trend umgedreht: Die Bevölkerung schrumpft nicht mehr, weil viele polnische Familien nach Gartz ziehen, die kommunalen Kassen gesunden, die Grundschulen sind nicht mehr von der Schließung bedroht.
Schon seit Jahren erhalten die polnischen Schüler der Grundschule muttersprachlichen Unterricht von polnischen Lehrern. Nun haben sich die deutschen Eltern dafür ausgesprochen, dass auch ihre Kinder polnisch lernen sollen: Ab dem nächsten Schuljahr wird polnisch ab der ersten Klasse reguläre Fremdsprache - erstmalig in Brandenburg.

Deutschlandfunk Kultur, Länderreport, 18. September [Hören ...]
STADTBRUCH IN NOT

Der Anklamer Stadtbruch, dort, wo die Peene ins Stettiner Haff mündet, ist ein einzigartiges Naturreservoir. Nachdem es Jahrhunderte bewirtschaftet wurde und Jahrzehnte eingedeicht war, wird es - seit einem Deichbruch in den Neunziger Jahren - nun wieder zu dem, was es seit der Eiszeit war: Ein Torfmoor. Und ein Refugium für unzählige Arten. Manche gibt es deutschlandweit nur noch im Anklamer Stadtbruch. Doch ihre Besitzerin, die Stadt Anklam, will das Naturschutzgebiet verkaufen. Möglich, dass ein privater Investor den Zuschlag erhält - Umweltschützer sind besorgt. Paradox daran: Vom Erlös will die Stadt Anklam in einer Kirchenruine ihr "Ikareum" errichten, ein Museums- und Erlebnisort, der an Otto Lilienthal erinnert, einem Sohn der Stadt. Der Pionier des Menschenfluges schaute sich das Fliegen aber just bei denen Vögeln ab, die beinahe ausgestorben waren und sich im Anklamer Stadtbruch wieder angesiedelt haben.
Deutschlandfunk - Sonntagsspaziergang, 03.September [Hören...]

SCHUTZGEBIETE IN NOT. IST DIE NATUR ZUR WARE VERKOMMEN?

Ulrich Schuster vor einem abgeholzten Waldstück im NSG Mothaeuser Heide im ErzgebirgeWegen klammer öffentlicher Kassen kommt es immer wieder vor: Naturschutzgebiete werden an private Investoren verkauft. Doch warum? Es sind geschützte Gebiete, die eine kommerzielle Nutzung ohnehin kaum oder gar nicht zulassen. Dennoch passiert genau das, zum Beispiel in der Mothäuser Heide, einem der ältesten Naturschutzgebiete in Sachsen. Der private Besitzer schlug derartig viel Holz, dass das sensible Moor beinahe trockengefallen wäre. Warum verkaufen wir unsere wertvollsten Flecken Erde? Ist die Not der öffentlichen Kassen tatsächlich so groß? Oder ist die Natur zur Ware verkommen?
Deutschlandfunk Kultur, 04. Juli [Hören ...]
ALS NEONAZIS DIE ELBTERRASSEN STÜRMTEN

Vor 25 Jahren überfielen Neonazis in Magdeburg eine Geburtstagsparty, bei der Punks feierten, mit Baseballschlägern und Stahlrohren. Die von Nachbarn verständigte Polizei beobachtet das Geschehen aus der Ferne, greift aber nicht ein. Erst als die Schläger abziehen, nähern sich die Beamten, nehmen die Personalien der Angegriffenen auf und durchsuchen sie nach Waffen. Der damals 22-jährige Torsten Lamprecht erleidet durch den Überfall einen offenen Schädelbasisbruch. Er verstirbt zwei Tage später, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Von den 30 Angreifern, die ermittelt werden konnten, werden nur vier verurteilt. Drei zu Bewährungsstrafen, einer zu vier Jahren Haft. Wer Torsten Lamprecht ermordet hat, ist bis heute nicht geklärt.
Dlf Kultur, Länderreport, 09. Mai [Hören ...]
ARTIKEL FÜNF ABSATZ EINS. RECHTSPOPULISMUS UND PRESSEFREIHEIT

Seit Rechtspopulisten und ihre Anhänger „Lügenpresse“ skandieren und Journalisten verbal attackieren, kommt es auch verstärkt zu tätlichen Angriffen. Arndt Ginzel aus Leipzig erlebt das regelmäßig. Auf Pegida- und Legida-Demonstrationen beobachtete er, wie Reporter durch die Straßen gejagt und getreten wurden, wie ihre Ausrüstung zerstört wurde. Manch einer berichtet nur noch mit Personenschutz von solchen Veranstaltungen. Die Pressefreiheit ist im Grundgesetz verankert. Für den Journalisten Arndt Ginzel ist sie ein hohes Gut. Er wurde in der Türkei und in der Ostukraine festgenommen. Und in Deutschland? Werden Journalisten bei rechtspopulistischen und asylfeindlichen Demonstrationen bedroht. Ginzel sah, wie Fotografen die Kameras zerstört wurden, muss sich als Journalist körperlich schützen, wenn er von Pegida-Aufmärschen berichtet. Die Pressefreiheit in Deutschland ist von unten bedroht.

SWR2, DLF Kultur, DLF. [Weiter ...]