Thilo Schmidt | Journalist aktualisiert am 11.03.2019
VISIONEN
VITRINE
VITA
VISITENKARTE
Foto: Lilo Tadday, Helgoland
"ZEHN PROZENT KULTURELLE ARMUT"

Vor einem halben Jahr macht in Chemnitz ein rechtsradikaler Mob Jagd auf Ausländer. Auslöser der Ausschreitungen ist der gewaltsame Tod eines Deutschen, mutmaßlich durch Asylbewerber. Die verstörenden Bilder von Hass und Gewalt gehen um die Welt. Tagelang kommt die sächsische Stadt nicht zur Ruhe. Zwar kommt Chemnitz zur Normalität zurück. Diese Normalität bedeutet für Migranten jedoch permanenten Alltagsrassismus. Rund um die freitäglichen Kundgebungen von "Pro Chemnitz" kommt es außerdem vermehrt zu gewalttätigen Übergriffen. So wurde ein türkisches Restaurant niedergebrannt, der Wirt eines persischen Restaurant verprügelt und schwer verletzt - und sein Restaurant zertrümmert.
Deutschlandfunk Kultur, Länderreport, 25. Februar [Hören ...]
WIE ICH WURDE, WER ICH BIN: DIRK HOFFMANN

Sie werden in Heimen versorgt, in Ämtern verwaltet, doch als Menschen oft vergessen. Weil man viel zu oft nicht mit ihnen redet, sondern über sie. Über Menschen mit Lernbehinderung. Deutschlandfunk Kultur portraitiert in dieser Woche vier solcher Menschen, die wir „geistig behindert“ nennen. Erzählt von ihren Lebenswegen, Traumatisierungen und ganz alltäglichen Erfahrungen. Dritter Teil einer vierteiligen Reihe im Dlf Kultur.
Dlf Kultur, Reportage, 19. Dezember [Hören ...]

NACHTSHEIMS ERWACHEN

Horst Nachtsheim ist nach der Pensionierung mit seiner Frau von Baden-Württemberg nach Brandenburg gezogen. Nachdem im Dorf Flüchtlinge untergebracht wurden, fing er an, ihnen bei der Integration zu helfen. Eines Nachts brennt sein VW-Bus, mit Glück greifen die Flammen nicht auf das Haus über. Es ist nicht die einzige Erfahrung mit Gewalt, die Herr Nachtsheim und seine Mitstreiter ertragen mussten. Aber noch schlimmer ist für sie die Gleichgültigkeit vieler Mitbürger.
SWR2, Tandem, 06. Dezember [Hören...]
WEM GEHÖRT DIE BAHN?

Die Bahnreform, vor 25 Jahren in Kraft getreten, sollte aus einem erklärtermaßen maroden Staatsunternehmen einen modernen Wirtschaftsbetrieb machen - und außerdem das Bahnfahren attraktiver.
Doch wie sieht die Bilanz nach einem Vierteljahrhundert aus? Im Fernverkehr hat sich die Bahn massiv aus der Fläche zurückgezogen und fokussiert sich auf die Rennstrecken zwischen den großen
Städten. Infrastruktur wurde großflächig zurückgebaut, Verkehrsleistungen durch die Länder abbestellt.
Wem gehört die Bahn? Den Märkten oder den Menschen? Oder anders gefragt: Käme man auf die Idee, eine Straße stillzulegen, weil sie sich nicht rechnet?
Dlf Kultur, 04.Dezember [Hören ...]
DIE GUTEN GEISTER DES KLEINEN DORFES. KREDENBACH IM SIEGERLAND

Die Tradition des Erzabbaus im Siegerland ist Jahrtausende alt. Die Geschichte als uralte Erzregion hat viele andere Traditionen nach sich gezogen: Die Sängerbewegung, der Nukleus vieler Chöre, liegt unter Tage. Der Hauberg, eine uralte genossenschaftliche Form der Waldbewirtschaftung. Gesättigt an Bräuchen und Traditionen, wird das Siegerland gemeinhin als hinterwäldlerisch, werden die Siegerländer als stur abgetan. Lange Zeit hat unser Autor diesem Vorurteil zumindest nicht widersprochen, auch wenn die letzte Grube schon 1965 geschlossen wurde und heute an kaum einem anderen Ort in Europa derart viele Weltmarktführer zu finden sind wie im Siegerland, vor allem in der mittelständischen Metallverarbeitung. Doch nun, da der Autor seinem Heimatdorf Kredenbach Lebewohl sagt, kommt er noch einmal zurück und trifft jene guten Geister, die aus einem Dorf ein Zuhause machten.
Dlf Kultur, 02. September [Hören...]